Diagnose: Papulopustuläre Rosazea
Die Patientin hat papulopustuläre Rosazea, und die Erstlinientherapie besteht aus topischem Ivermectin oder Azelainsäure in Kombination mit oralen Antibiotika (Doxycyclin 40-100 mg zweimal täglich) bei moderater bis schwerer Ausprägung. 1, 2
Diagnostische Merkmale
Die klinische Präsentation erfüllt die diagnostischen Kriterien für Rosazea:
- Persistierendes zentrofaziales Erythem mit periodischer Intensivierung durch Triggerfaktoren ist das diagnostische Minimalmerkmal für Rosazea 2, 3
- Aussparung der Nasolabialfalte ist charakteristisch für Rosazea und hilft, sie von anderen Gesichtsdermatosen wie Psoriasis oder Tinea zu unterscheiden 3, 4
- Tägliche Flush-Episoden mit Hitzegefühl sind ein Hauptmerkmal, das nach Intensität, Häufigkeit, Dauer und betroffener Fläche bewertet wird 3, 5
- Schmerzhafte Papeln und Pusteln auf erythematösem Hintergrund kennzeichnen die papulopustuläre Form 1, 6
Die zentrofaziale Verteilung ist essentiell für die Diagnose und unterscheidet Rosazea von Psoriasis (Streckseiten-Prädilektion) und Tinea corporis (ringförmige Konfiguration mit zentraler Aufhellung) 2, 3
Erstlinientherapie nach Phänotyp-basiertem Algorithmus
Für entzündliche Papeln/Pusteln (mild bis moderat):
- Topisches Ivermectin (erste Wahl) 1, 2
- Topische Azelainsäure (gleichwertige Alternative) 1, 2
- Topisches Metronidazol (weitere Option) 1, 4
Für moderate bis schwere papulopustuläre Rosazea:
- Orales Doxycyclin 40-100 mg zweimal täglich für 6 Wochen in Kombination mit topischer Therapie 1, 6
- Doxycyclin 40 mg ist Placebo überlegen und nicht unterlegen gegenüber Doxycyclin 100 mg 1
- Alternative: Minocyclin 50 mg zweimal täglich oder Oxytetracyclin 500 mg zweimal täglich 1
Für transientes Erythem (Flushing):
- Topische Alpha-Adrenergika (Brimonidin) zur symptomatischen Behandlung des persistierenden Erythems 1, 4
- Orale Beta-Blocker können bei häufigen Flush-Episoden erwogen werden 1
- Pulsed-Dye-Laser (PDL) oder Intense Pulsed Light (IPL) für therapieresistente Fälle 1, 7
Wichtige Begleitmaßnahmen
- Lichtschutz SPF 30+ täglich, da UV-Strahlung entzündliche Signalwege aktiviert 1, 2
- Sanfte Reinigungsmittel und Feuchtigkeitscremes ohne Alkohol 1
- Triggerfaktor-Vermeidung: heiße Getränke, scharfe Speisen, Alkohol, extreme Temperaturen 1, 8
- Vermeidung von häufigem Waschen mit heißem Wasser und Hautirritantien 1
Okuläre Beteiligung ausschließen
- Systematische Untersuchung auf okuläre Rosazea ist obligatorisch, da diese zu sehbedrohenden Komplikationen führen kann 2, 9
- Fragen Sie nach Brennen, Stechen, Trockenheit, Fremdkörpergefühl oder rezidivierenden Gerstenkörnern 9
- Untersuchen Sie auf Blepharitis, Meibom-Drüsen-Dysfunktion, konjunktivale Injektion oder Hornhautbeteiligung 9, 6
- Bei okulären Symptomen: Lidrandhygiene, topisches Ciclosporin, Azithromycin oder systemische Antibiotika 6
Häufige Fallstricke
- Nicht mit topischen Kortikosteroiden behandeln – diese können eine Steroid-Rosazea verursachen und die Erkrankung verschlimmern 5
- Keine Anti-Akne-Präparate verwenden (z.B. Benzoylperoxid), da diese die Haut reizen 1
- Isotretinoin in niedriger Dosis (20-30 mg/Tag) ist nur für therapieresistente oder schwere Fälle reserviert und sollte nicht mit Tetracyclinen kombiniert werden (Risiko für Hirnödem) 1, 6
Verlaufskontrolle
- Reassessment nach 2-4 Wochen zur Beurteilung des Therapieansprechens 1, 9
- Bewerten Sie jedes phänotypische Merkmal unabhängig: Läsionszahl, Erythemintensität, Flush-Häufigkeit und Lebensqualität 9
- Bei fehlendem Ansprechen oder Verschlechterung: Dosisanpassung, Therapiewechsel oder Überweisung zum Dermatologen 1