Beste NSAID für akuten Gichtanfall
Bei einem akuten Gichtanfall gibt es keinen einzelnen NSAID, der den anderen überlegen ist - Naproxen, Indomethacin und Ibuprofen sind alle gleich wirksam, aber Kortikosteroide sollten als Erstlinientherapie bevorzugt werden, wenn keine Kontraindikationen vorliegen. 1
Behandlungsoptionen für akuten Gichtanfall
Erstlinientherapie
Kortikosteroide (bevorzugt)
- Prednisolon 35 mg für 5 Tage 1
- Sicherer und kostengünstiger als NSAIDs
- Weniger Nebenwirkungen als NSAIDs
NSAIDs in voller Dosis
Colchicin
- Niedrigdosiert: 1,2 mg gefolgt von 0,6 mg 1 Stunde später 1
- Teurer als NSAIDs oder Kortikosteroide
Vergleich der NSAIDs
Alle NSAIDs haben eine vergleichbare Wirksamkeit bei akuter Gicht 1, 4:
- Naproxen: Zeigt signifikante Besserung von Entzündungszeichen innerhalb von 24-48 Stunden 2
- Indomethacin: Traditionell als First-Line NSAID angesehen, aber nicht wirksamer als andere NSAIDs 1
- Etoricoxib: Vergleichbare Wirksamkeit wie Indomethacin, aber besser verträglich 5, 6
Behandlungsalgorithmus
Therapiebeginn: Behandlung sollte innerhalb von 24 Stunden nach Symptombeginn erfolgen 1
Auswahl des Medikaments basierend auf Patientenfaktoren:
Kontraindikationen für NSAIDs beachten:
- Nierenerkrankung
- Herzinsuffizienz
- Leberzirrhose
- Magen-Darm-Probleme in der Vorgeschichte 1
Wichtige Hinweise
- Die laufende harnsäuresenkende Therapie sollte während eines akuten Gichtanfalls nicht unterbrochen werden 1
- Bei schweren oder polyartikulären Anfällen kann eine Kombinationstherapie erwogen werden 1
- NSAIDs verursachen mehr gastrointestinale Nebenwirkungen als Kortikosteroide 7
- Bei der Auswahl eines NSAIDs ist der wichtigste Erfolgsfaktor nicht, welches NSAID gewählt wird, sondern wie schnell die Therapie begonnen wird 8
Fazit
Wenn ein NSAID für die Behandlung eines akuten Gichtanfalls gewählt werden muss, können Naproxen, Indomethacin oder Ibuprofen gleichwertig eingesetzt werden 1. Die Auswahl sollte auf Basis von Patientenpräferenzen, früheren Erfahrungen mit Medikamenten und Begleiterkrankungen getroffen werden. Kortikosteroide sollten jedoch als Erstlinientherapie in Betracht gezogen werden, wenn keine Kontraindikationen vorliegen, da sie sicherer sind und weniger Nebenwirkungen haben 1, 7.