Lidocaine-Pflaster bei Bandscheibenvorfall
Lidocaine-Pflaster (5%) können bei lokalisiertem neuropathischem Schmerz nach Bandscheibenvorfall wirksam sein und sollten als Teil eines multimodalen Schmerzmanagements in Betracht gezogen werden. 1
Wirksamkeit bei Bandscheibenvorfall
- Lidocaine-Pflaster wirken durch Blockade von Natrium-Ionenkanälen, die für die Initiierung und Weiterleitung neuronaler Impulse erforderlich sind, was nach topischer Anwendung zu einer lokalen Schmerzlinderung führt 2
- Eine Fallserie mit 23 Patienten zeigte eine Reduktion der Schmerzintensität von durchschnittlich 8,3 auf 3,1 (auf einer 11-Punkte-Likert-Skala) bei der Behandlung von neuropathischen Schmerzen nach Bandscheibenvorfällen mit 5% Lidocaine-Pflaster 1
- Die Behandlung wurde gut vertragen und kann sowohl als Monotherapie als auch als Teil einer Kombinationstherapie eingesetzt werden 1
Anwendungsempfehlungen
- Lidocaine-Pflaster sind in rezeptfreier 4%-Konzentration oder verschreibungspflichtiger 5%-Stärke erhältlich und können auf die betroffene Stelle aufgebracht werden 2
- Es können bis zu 3-4 Pflaster für 12-24 Stunden pro Tag angewendet werden 2
- Die Pflaster sollten nur auf intakte Haut aufgebracht werden, nicht auf offene oder entzündete Hautstellen 2
Sicherheitshinweise und Vorsichtsmaßnahmen
- Lidocaine-Pflaster sollten nicht gleichzeitig mit anderen lokalen Anästhetika verwendet werden 3
- Bei gleichzeitiger Anwendung mit intravenösem Lidocain müssen die Pflaster vorher entfernt werden 3, 2
- Kontraindikationen für die Anwendung von Lidocaine-Pflastern sind fortgeschrittenes Leberversagen, Anwendung auf geschädigter oder entzündeter Haut und bekannte Überempfindlichkeit gegen Amid-Anästhetika 2
- Übermäßige Wärmeanwendung über den Bereichen, auf denen Lidocain aufgetragen wird, sollte vermieden werden, da dies die systemische Absorption erhöhen kann 2
Alternative Behandlungsansätze
- Bei unzureichender Schmerzlinderung mit topischem Lidocain sollten andere analgetische Ansätze in Betracht gezogen werden, wie orale Medikamente (Paracetamol, NSAIDs, Gabapentinoide) oder andere topische Mittel 2
- Epidurale Injektionen (transforaminal, interlaminar oder kaudal) mit Lokalanästhetika mit oder ohne Steroide können bei Bandscheibenvorfällen mit Radikulopathie wirksam sein 4, 5, 6
- Nicht-pharmakologische Therapien wie Bewegungstherapie und Akupunktur können als ergänzende Behandlungsmaßnahmen in Betracht gezogen werden 7
Wichtige Hinweise
- Die Evidenz für die Wirksamkeit von Lidocaine-Pflastern speziell bei Bandscheibenvorfällen ist begrenzt, obwohl Fallserien positive Ergebnisse zeigen 1
- Größere kontrollierte Studien sind erforderlich, um die Wirksamkeit von Lidocaine-Pflastern bei Bandscheibenvorfällen umfassender zu bewerten 1
- Bei anhaltenden oder zunehmenden Schmerzen trotz konservativer Therapie sollte eine weiterführende diagnostische Abklärung und gegebenenfalls eine chirurgische Intervention in Betracht gezogen werden 7