Erwartete Tumorverkleinerung bei neoadjuvanter Chemotherapie bei lokalisiertem UPS Sarkom
Bei einem lokalisierten undifferenzierten pleomorphen Sarkom (UPS) kann durch eine neoadjuvante Chemotherapie eine Tumorverkleinerung von etwa 30-60% erwartet werden, wobei ein gutes histologisches Ansprechen (>90% Nekrose) mit verbesserten Überlebensraten verbunden ist.
Ansprechraten und Tumorverkleinerung
- Neoadjuvante Chemotherapie bei UPS zeigt eine Ansprechrate von etwa 60% nach RECIST-Kriterien, mit durchschnittlich 30% Reduktion der Tumorgröße 1
- Ein gutes histologisches Ansprechen (>90% Tumornekrose) nach neoadjuvanter Chemotherapie ist mit verbesserten Überlebensraten assoziiert 2
- Die klinische Nutzenrate, die auch stabile Erkrankung einschließt, kann bis zu 100% betragen 1
Empfohlene Chemotherapie-Regime
- Die European Society for Medical Oncology (ESMO) empfiehlt für Hochrisiko-Patienten mit UPS eine neoadjuvante Chemotherapie mit mindestens 3 Zyklen einer Anthrazyklin-Ifosfamid-Kombination 2
- Die Kombination von Epirubicin und Ifosfamid hat sich als wirksame Chemotherapie für verschiedene Sarkome erwiesen 3, 1
- Bei Patienten mit lokalisierten UPS kann eine adjuvante Chemotherapie das Gesamtüberleben verbessern, besonders bei Tumoren ≥5 cm 2, 4
Prognostische Faktoren für das Ansprechen
- Die Tumorgröße ist ein wichtiger prognostischer Faktor - größere Tumoren (≥5 cm) profitieren tendenziell mehr von einer Chemotherapie 4
- Der stärkste Nutzen wurde bei Tumoren mit einer Größe von 10 bis <15 cm beobachtet (5-Jahres-Gesamtüberleben: 79,5% vs. 66,8% ohne Chemotherapie) 4
- Das histologische Ansprechen auf die präoperative Chemotherapie ist ein wichtiger prognostischer Faktor für das Überleben 2
Vorteile der neoadjuvanten Chemotherapie
- Neoadjuvante Chemotherapie kann die Resektabilität von Tumoren mit ungünstiger anatomischer Lage verbessern 2
- Sie ermöglicht die Beurteilung des Tumoransprechens auf die Chemotherapie vor der Operation, was prognostische Informationen liefern und die weitere Behandlungsstrategie beeinflussen kann 2
- Die National Comprehensive Cancer Network (NCCN) empfiehlt eine neoadjuvante Chemotherapie für Tumoren mit grenzwertiger Resektabilität oder zur Verkleinerung des Tumors vor der Operation 2
Wichtige Überlegungen
- Die Entscheidung für eine neoadjuvante oder adjuvante Chemotherapie sollte in einem multidisziplinären Tumorboard an einem spezialisierten Sarkom-Zentrum getroffen werden 2
- Die Toxizität der Chemotherapie muss gegen den potenziellen Nutzen abgewogen werden, besonders bei älteren Patienten oder solchen mit Begleiterkrankungen 2
- Die Evidenz für die Wirksamkeit der Chemotherapie bei retroperitonealen Sarkomen ist begrenzt und zeigt keinen eindeutigen Überlebensvorteil 2
Nachbehandlung basierend auf dem Ansprechen
- Patienten mit gutem histologischen Ansprechen (Tumornekrose >90%) sollten weitere Zyklen derselben Chemotherapie erhalten 5
- Bei Patienten mit schlechtem Ansprechen (Tumornekrose <90%) kann eine Umstellung auf ein anderes Chemotherapie-Regime erwogen werden, obwohl Versuche, das Ergebnis durch Modifikation der adjuvanten Chemotherapie zu verbessern, bisher erfolglos blieben 5