Mirtazapin und Valproat: Verstopfung als Nebenwirkung
Mirtazapin verursacht Verstopfung
Mirtazapin kann Verstopfung verursachen, obwohl dies weniger häufig auftritt als bei anderen Antidepressiva, während für Valproat keine ausreichenden Belege für Verstopfung als Nebenwirkung vorliegen.
Mirtazapin und gastrointestinale Nebenwirkungen
Verstopfung tritt bei 13% der mit Mirtazapin behandelten Patienten auf, verglichen mit 7% unter Placebo 1. Dies wurde in kontrollierten 6-wöchigen klinischen Studien bei Patienten mit Major Depression dokumentiert.
Die American Gastroenterological Association listet Verstopfung als eine der häufigen Nebenwirkungen von Mirtazapin auf, zusammen mit Schlafstörungen, Durchfall, Angst, gesteigertem Appetit und Gewichtszunahme 2. Diese Nebenwirkungen sollten bei der Dosiseinstellung berücksichtigt werden, die typischerweise bei 15 mg einmal täglich beginnt und bis zu maximal 45 mg einmal täglich titriert werden kann 2.
Vergleichende Perspektive
Mirtazapin zeigt im Vergleich zu anderen Antidepressiva ein günstigeres gastrointestinales Profil bezüglich Verstopfung 3. In einer systematischen Meta-Analyse von 304 Studien wurde Mirtazapin als das Antidepressivum mit den wenigsten gastrointestinalen Nebenwirkungen identifiziert, wobei es hauptsächlich nur mit gesteigertem Appetit assoziiert war 3.
Im Gegensatz dazu verursachen trizyklische Antidepressiva deutlich häufiger Verstopfung durch ihre anticholinergen Effekte 2. Die NCCN Palliative Care Guidelines identifizieren anticholinerge Medikamente (einschließlich Antidepressiva, Antispasmotika, Phenothiazine und Haloperidol) als bekannte Verursacher von Verstopfung 2.
Klinische Implikationen
- Bei Auftreten von Verstopfung unter Mirtazapin sollten zunächst osmotische Laxantien wie Polyethylenglykol (PEG) als Erstlinientherapie eingesetzt werden 4
- Bei persistierender Verstopfung können stimulierende Laxantien wie Bisacodyl oder Senna hinzugefügt werden 4, 5
- Ausreichende Flüssigkeitszufuhr und körperliche Aktivität sollten gefördert werden 2, 4
- Ballaststoffreiche Ernährung kann bei Patienten mit ausreichender Flüssigkeitsaufnahme hilfreich sein 2, 5
Valproat und Verstopfung
Für Valproat liegen in den vorliegenden Leitlinien und Studien keine spezifischen Belege vor, die Verstopfung als relevante Nebenwirkung dokumentieren. Die verfügbaren Evidenzen konzentrieren sich auf andere Medikamentenklassen und deren gastrointestinale Effekte.
Wichtige Warnhinweise
Patienten, die anticholinerge Antipsychotika oder andere Medikamente mit anticholinergischen Eigenschaften in Kombination einnehmen, benötigen eine systematische Überwachung der Darmfunktion 6. Das Auftreten von Verstopfung sollte das medizinische Personal alarmieren, da ohne prompte Behandlung schwerwiegende Komplikationen wie Darmischämie oder Nekrose auftreten können 6.