Kann ein Tennisellenbogen ausgeschlossen werden?
Nein, ein Tennisellenbogen kann nicht allein durch bildgebende Verfahren ausgeschlossen werden – die Diagnose basiert primär auf klinischen Befunden: Druckschmerz direkt über dem lateralen Epikondylus und Schmerzen bei Widerstand gegen Handgelenksextension. 1
Klinische Diagnosestellung
Die Diagnose eines Tennisellenbogen (laterale Epikondylose) erfolgt hauptsächlich durch:
- Charakteristische Symptome: Schmerzen und Brennen am lateralen Epikondylus, die in den Unterarm oder Oberarm ausstrahlen können 2
- Spezifische klinische Zeichen: Druckempfindlichkeit direkt über dem lateralen Epikondylus mit Schmerzprovokation durch Widerstand gegen Handgelenksextension 1
- Funktionelle Einschränkungen: Schmerzen beim Händeschütteln, Türöffnen oder bei Aktivitäten, die eine Stabilisierung des Handgelenks in Extension erfordern 3
Rolle der Bildgebung
Die bildgebende Diagnostik dient nicht dem primären Ausschluss eines Tennisellenbogen, sondern hat andere Funktionen:
Initiale Bildgebung
- Röntgenaufnahmen des Ellenbogen sind als erste bildgebende Untersuchung bei chronischen Ellenbogenschmerzen angemessen, können Weichteilverkalkungen zeigen oder andere Pathologien ausschließen, sind aber bei Epikondylose oft normal 4, 1
Erweiterte Bildgebung nur bei speziellen Indikationen
- MRT oder Ultraschall sind reserviert für Fälle mit unklarer Diagnose, geplanter Operation oder therapierefraktären Symptomen 1
- Ultraschall ist ein schnelles, nicht-invasives Werkzeug zur Bestätigung (oder zum Ausschluss) der Diagnose, zeigt aber primär das Ausmaß der Sehnendegeneration 2
Wichtige klinische Überlegungen
Differentialdiagnose
Die klinische Untersuchung muss andere Ursachen lateraler Ellenbogenschmerzen ausschließen:
- Intraartikuläre Pathologien (Osteochondrale Läsionen, freie Gelenkkörper) 4
- Okkulte Frakturen 4
- Ligamentäre oder tendinöse Verletzungen 4
Typisches Patientenprofil
- Betrifft primär Erwachsene ab 40 Jahren 3
- Dominanter Arm in 75% der Fälle betroffen 3, 1
- Repetitive Handgelenksextension gegen Widerstand als Hauptursache 3
Praktische Konsequenz
Ein Tennisellenbogen wird klinisch diagnostiziert, nicht durch Bildgebung ausgeschlossen. Wenn die charakteristischen klinischen Zeichen fehlen (kein Druckschmerz am lateralen Epikondylus, keine Schmerzen bei Widerstand gegen Handgelenksextension), ist die Diagnose unwahrscheinlich. Bildgebung ist nur indiziert, wenn: