Süßstoffe und Glukosestoffwechsel bei metabolisch gesunden Menschen
Bei metabolisch gesunden Personen haben nicht-nutritive Süßstoffe (NNS) keinen signifikanten negativen Effekt auf Glukosetoleranz oder Insulinsensitivität, wenn sie innerhalb der empfohlenen Tagesdosis konsumiert werden, sollten aber nur als kurzfristige Übergangsstrategie und nicht als langfristige Lösung betrachtet werden. 1
Sicherheit und akute metabolische Effekte
Die grundlegende Evidenz zur Sicherheit ist klar:
- Nicht-nutritive Süßstoffe sind sicher, wenn sie innerhalb der von der FDA festgelegten akzeptablen täglichen Aufnahmemengen konsumiert werden. 2
- Bei metabolisch gesunden Personen zeigen die meisten klinischen Studien keine signifikanten negativen Effekte oder sogar vorteilhafte Effekte auf Körpergewicht und glykämische Kontrolle, wobei die Studiendauer meist begrenzt war. 3
- NNS können die Gesamtkalorienzufuhr reduzieren, wenn sie kalorische Süßstoffe ersetzen, ohne dass zusätzliche Kalorien aus anderen Quellen kompensiert werden. 2, 1
Wichtige Einschränkungen und Bedenken
Trotz der formalen Sicherheit gibt es bedeutende Vorbehalte:
- Langfristig sollten künstliche Süßstoffe nicht als harmlos für die kardiometabolische Gesundheit betrachtet werden, wie die American Heart Association betont. 1
- Süßstoffe beeinflussen mehrere metabolische Systeme: oral-gastrointestinale Geschmacksrezeptoren, Glukose-Insulin-Homöostase, metabolische Hormone und das Darmmikrobiom. 1, 4
- Beobachtungsstudien zeigen paradoxerweise Assoziationen zwischen Süßstoffkonsum und metabolischem Syndrom, obwohl die Kausalität aufgrund von Störfaktoren unklar bleibt. 1
Spezifische Süßstofftypen
Zuckeralkohole (wie Erythritol, Sorbitol, Xylitol) haben besondere Eigenschaften:
- Sie erzeugen eine niedrigere postprandiale Glukoseantwort als Fruktose, Saccharose oder Glukose. 2, 1
- Es gibt jedoch keine Evidenz, dass die üblicherweise konsumierten Mengen zu einer signifikanten Reduktion der täglichen Gesamtenergiezufuhr oder Verbesserung der Langzeit-Glykämie führen. 2
- Bei der Berechnung des Kohlenhydratgehalts sollte die Hälfte der Zuckeralkohol-Gramm von den Gesamt-Kohlenhydraten abgezogen werden. 1
Praktische Empfehlungen für metabolisch gesunde Personen
Der empfohlene Ansatz ist schrittweise:
Wenn regelmäßig zuckerhaltige Getränke konsumiert werden: Umstellung auf Getränke mit künstlichen Süßstoffen als akzeptabler Zwischenschritt. 1, 4
Mittelfristig: Reduktion auch der künstlich gesüßten Getränke (z.B. von Diät-Limonade zu Mineralwasser). 1
Langfristiges Ziel: Wasser als primäres Getränk etablieren. 5
Besondere Warnhinweise
Kognitive Effekte und Geschmackspräferenzen sind zu beachten:
- Die Gewöhnung an intensive Süße kann die Attraktivität natürlich süßer, gesunder Lebensmittel wie Äpfel oder Karotten reduzieren, besonders bei Kindern. 1
- Dieser Effekt ist bei metabolisch gesunden Personen relevant, da er langfristig zu ungünstigeren Ernährungsmustern führen kann. 1
Gewichtsmanagement-Perspektive
Für metabolisch gesunde Personen, die Gewichtskontrolle anstreben:
- Die Zugabe von nicht-nutritiven Süßstoffen zur Ernährung bietet ohne Energierestriktion keinen Vorteil für Gewichtsverlust oder reduzierte Gewichtszunahme. 1
- Eine Meta-Analyse von 15 randomisierten kontrollierten Studien zeigte nur eine bescheidene Gewichtsreduktion von etwa 0,8 kg mit NNS-Verwendung. 4
- Der Fokus sollte auf nährstoffreichen Lebensmitteln und Getränken liegen, nicht auf dem Ersatz durch künstliche Süßstoffe. 4
Für sehr kohlenhydratarme Ernährung
Bei Personen, die eine sehr kohlenhydratarme ketogene Diät (VLCKD) mit weniger als 50g Kohlenhydraten pro Tag befolgen: