Was bedeutet "Pacer Modus" auf einem Defibrillator?
Der "Pacer Modus" auf einem Defibrillator bezieht sich auf die Schrittmacherfunktion des Geräts, die verschiedene programmierbare Stimulationsmodi (wie VVI, DDD, VDD) zur Behandlung von Bradykardien bereitstellt, während das Gerät gleichzeitig seine Defibrillationsfähigkeit für lebensbedrohliche ventrikuläre Arrhythmien beibehält. 1
Grundlegende Funktionsweise
Moderne implantierbare Kardioverter-Defibrillatoren (ICDs) kombinieren zwei wesentliche Funktionen:
- Defibrillationsfunktion: Behandlung von hämodynamisch signifikanten ventrikulären Tachykardien oder Kammerflimmern durch Schockabgabe 1
- Schrittmacherfunktion (Pacer Modus): Behandlung von Bradykardien durch elektrische Stimulation des Herzens 1
Verfügbare Schrittmacher-Modi
Die Schrittmacherfunktion kann in verschiedenen Modi programmiert werden 1:
Einkammer-Schrittmacher-Modi
- VVI-Modus: Stimuliert nur den Ventrikel, detektiert ventrikuläre Aktivität und wird durch spontane ventrikuläre Depolarisation inhibiert 2
- Geeignet für Patienten mit permanentem Vorhofflimmern oder wenn keine atriale hämodynamische Unterstützung erforderlich ist 3, 2
Zweikammer-Schrittmacher-Modi
- DDD-Modus: Bietet sowohl atriale als auch ventrikuläre Stimulation und Detektion mit dualer Antwort 1
- VDD-Modus: Detektiert atriale und ventrikuläre Aktivität, stimuliert aber nur den Ventrikel, wodurch die AV-Synchronität bei normalem Sinusrhythmus erhalten bleibt 4
Programmierbarkeit und Anpassungsfähigkeit
Moderne Geräte sind multiprogrammierbar 1:
- Telemetrie-Funktionen: Ermöglichen die Überwachung gespeicherter Daten über Gerätfunktion und klinische Leistung 1
- Frequenzadaptive Modi: Nutzen alternative Sensoren (Impedanzvariationen, intrakardiale Potentiale) zur Anpassung der Stimulationsfrequenz an die körperliche Aktivität 1
- Antitachykardie-Stimulation (ATP): Spezielle Stimulationsprotokolle zur Terminierung ventrikulärer Tachykardien vor Schockabgabe 5, 6
Wichtige klinische Überlegungen
Vermeidung unnötiger ventrikulärer Stimulation
- Bei Patienten mit eingeschränkter Ventrikelfunktion sollte übermäßige ventrikuläre Stimulation vermieden werden, da sie mit erhöhter Herzinsuffizienz und Mortalität assoziiert ist 7
- Die Programmierung sollte darauf abzielen, die ventrikuläre Stimulation zu minimieren, wenn die AV-Überleitung intakt ist 8
Erhaltung der AV-Synchronität
- Langfristiger Verlust der AV-Synchronität erhöht die Inzidenz von Vorhofflimmern und Schlaganfall und kann die Lebenserwartung reduzieren, insbesondere bei Patienten mit eingeschränkter Ventrikelfunktion 1
- Bei Patienten mit normalem Sinusrhythmus und AV-Block ist der VDD-Modus vorteilhaft, da er die AV-Synchronität ohne atriale Stimulation aufrechterhält 4
Häufige Fallstricke
- Schrittmacher-Syndrom: VVI-Stimulation ist kontraindiziert, wenn ein Schrittmacher-Syndrom vorhanden ist oder erwartet wird 3, 2
- Fehlprogrammierung bei intakter AV-Überleitung: Unnötige ventrikuläre Stimulation durch DDD-Modus bei Patienten mit erhaltener AV-Überleitung verschlechtert die Prognose 7
- Unzureichende Sensitivität: Atriales Undersensing kann zu unangemessener ventrikulärer Stimulation führen 4