Lernkarten zu Beatmungsparametern
Atemfrequenz (Af - Respiratory Rate)
Stellen Sie die initiale Atemfrequenz auf 20-35 Atemzüge/Minute ein, wobei 10-15 Atemzüge/Minute bei obstruktiven Lungenerkrankungen bevorzugt werden sollten. 1
- Bei ARDS-Patienten wird eine Atemfrequenz im Bereich von 20-35 Atemzügen/Minute empfohlen, um eine adäquate Ventilation zu gewährleisten 1
- Bei Patienten mit obstruktiven Atemwegserkrankungen (z.B. Asthma) sollte eine niedrigere Frequenz von 10-15 Atemzügen/Minute verwendet werden, um Auto-PEEP zu vermeiden 2
- Eine zu hohe Atemfrequenz kann zu Breath-Stacking und Auto-PEEP führen, besonders bei Asthma-Patienten 3
- Wichtige Falle: Bei Asthma-Patienten niemals hohe Atemfrequenzen verwenden - dies führt zu unvollständiger Exspiration und gefährlichem Auto-PEEP 3
FiO₂ (Fraction of Inspired Oxygen)
Beginnen Sie mit FiO₂ 0,4 (40%) nach Intubation und titrieren Sie auf die niedrigste Konzentration, die eine SpO₂ von 88-95% erreicht. 2
- Die initiale FiO₂ sollte bei 0,4 liegen und dann auf die niedrigste notwendige Konzentration reduziert werden 2
- Ziel-SpO₂ liegt bei 88-95% - nicht höher 2
- Bei Präoxygenierung vor Intubation wird 100% FiO₂ für 5 Minuten empfohlen 3
- Die PEEP-Titration sollte durch die benötigte FiO₂ geleitet werden, um die gewünschte SpO₂ zu erreichen 3
- Wichtige Falle: Erhöhen Sie nicht primär die FiO₂ bei Hypoxämie durch Atelektasen - dies verbessert die Compliance nicht und kann Resorptionsatelektasen verschlimmern 4
- Vermeiden Sie exzessive FiO₂, da dies Absorptionsatelektasen fördern kann 4
Gas Flow (Inspiratorischer Flow)
Bei Asthma-Patienten sollte ein hoher inspiratorischer Flow von 80-100 L/min verwendet werden, um eine längere Exspirationszeit zu ermöglichen. 3
- Ein inspiratorischer Flow von 80-100 L/min wird bei schwerer Bronchokonstriktion empfohlen 3
- Höherer Flow ermöglicht kürzere Inspirationszeit und damit längere Exspirationszeit 3
- Das Inspirations-zu-Exspirations-Verhältnis (I:E) sollte bei Asthma 1:4 oder 1:5 betragen 3
- Wichtige Falle: Bei obstruktiven Erkrankungen ist eine ausreichende Exspirationszeit kritisch - zu niedriger Flow führt zu unzureichender Exspirationszeit und Auto-PEEP 3
Pmax (Plateaudruck - Plateau Pressure)
Der Plateaudruck muss strikt unter 30 cmH₂O gehalten werden, um Barotrauma und ventilatorinduzierte Lungenschädigung zu verhindern. 3, 5, 2
- Die American Thoracic Society empfiehlt einen Plateaudruck <30 cmH₂O für alle beatmeten Patienten 3
- Bei Kindern sollte der Plateaudruck <28 cmH₂O liegen 3
- Der Plateaudruck sollte kontinuierlich bei allen kontrolliert beatmeten Patienten überwacht werden 3
- Wenn der Plateaudruck ≥30 cmH₂O erreicht, reduzieren Sie das Tidalvolumen weiter und akzeptieren Sie permissive Hyperkapnie 5, 4
- Der Driving Pressure (Plateaudruck - PEEP) ist möglicherweise ein besserer Prädiktor für Outcomes als Tidalvolumen oder Plateaudruck allein 3, 2
- Wichtige Falle: Akzeptieren Sie niemals Plateaudrücke ≥30 cmH₂O - reduzieren Sie stattdessen das Tidalvolumen und tolerieren Sie erhöhtes CO₂ 5, 4
VT (Tidalvolumen - Tidal Volume)
Verwenden Sie ein Tidalvolumen von 6-8 ml/kg vorhergesagtem Körpergewicht (PBW), wobei 6 ml/kg bei ARDS bevorzugt wird. 3, 2
- Das initiale Tidalvolumen sollte 6-8 ml/kg PBW betragen 3, 2
- Bei ARDS beginnen Sie mit 6 ml/kg PBW (kann auf 8 ml/kg erhöht werden, wenn nicht toleriert) 3
- Bei Kindern: 3-6 ml/kg PBW (kann auf 5-8 ml/kg bei gut erhaltener Compliance erhöht werden) 3
- Berechnung des PBW:
- Niedrigere Tidalvolumina (näher an 6 ml/kg) sind besonders wichtig bei ausgedehnten Atelektasen oder ARDS 4
- Wichtige Falle: Verwenden Sie niemals hohe Tidalvolumina (>8 ml/kg PBW), auch bei schlechter Oxygenierung - erhöhen Sie stattdessen PEEP und führen Sie Rekrutierungsmanöver durch 4
PEEP (Positive End-Expiratory Pressure)
Beginnen Sie mit einem PEEP von mindestens 5 cmH₂O - verwenden Sie niemals Null-PEEP, da dies progressive Atelektasenbildung fördert. 3, 5, 4, 2
- Der initiale PEEP sollte mindestens 5 cmH₂O betragen 3, 2, 1
- Null-PEEP ist explizit nicht empfohlen, da es progressive alveoläre Kollaps fördert 3, 5, 4
- Bei Atelektasen titrieren Sie PEEP aufwärts auf 10-15 cmH₂O basierend auf Oxygenierungsantwort und Driving Pressure 4
- Die PEEP-Titration sollte durch die benötigte FiO₂ geleitet werden, um SpO₂ >90% zu erreichen 3
- PEEP sollte individualisiert werden, um Erhöhungen des Driving Pressure zu verhindern, während niedriges Tidalvolumen beibehalten wird 4
- Bei moderatem bis schwerem ARDS (PaO₂/FiO₂ <200 mmHg) sollte eine höhere PEEP-Strategie in Betracht gezogen werden 2
- Wichtige Falle: Verwenden Sie niemals Null-PEEP - dies garantiert progressive alveoläre Kollaps und Verschlechterung der Atelektasen 5, 4
- Nach Rekrutierungsmanövern muss ausreichender PEEP aufrechterhalten werden, sonst kollabiert die rekrutierte Lunge schnell wieder 4
Ti (Inspirationszeit - Inspiratory Time)
Bei Asthma-Patienten verwenden Sie eine kurze Inspirationszeit mit einem I:E-Verhältnis von 1:4 oder 1:5, um ausreichende Exspirationszeit zu gewährleisten. 3
- Bei schwerer Bronchokonstriktion sollte eine kürzere Inspirationszeit verwendet werden 3
- Das Inspirations-zu-Exspirations-Verhältnis (I:E) sollte bei Asthma 1:4 oder 1:5 betragen 3
- Dies wird durch hohen inspiratorischen Flow (80-100 L/min) und niedrigere Atemfrequenz erreicht 3
- Eine längere Exspirationszeit ist kritisch, um Auto-PEEP und Breath-Stacking zu vermeiden 3
- Wichtige Falle: Bei obstruktiven Erkrankungen führt unzureichende Exspirationszeit zu gefährlichem Auto-PEEP, Hyperinflation und potentiell Spannungspneumothorax 3
- Bei Verschlechterung eines intubierten Asthma-Patienten: Trennen Sie den Patienten vom Beatmungsgerät, um PEEP schnell durch passive Exhalation abzubauen 3