Is it safe to use SNRIs (Serotonin-Norepinephrine Reuptake Inhibitors) in a patient with a history of bipolar disorder who is at risk of mania?

Medical Advisory BoardAll articles are reviewed for accuracy by our Medical Advisory Board
Educational purpose only • Exercise caution as content is pending human review
Article Review Status
Submitted
Under Review
Approved

Last updated: February 2, 2026View editorial policy

Personalize

Help us tailor your experience

Which best describes you? Your choice helps us use language that's most understandable for you.

SNRI bei bipolarer Störung: Vorsicht geboten

SNRIs sollten bei Patienten mit bipolarer Störung in der Anamnese oder Manie-Risiko grundsätzlich vermieden werden, es sei denn, der Patient wird bereits mit mindestens einem Stimmungsstabilisator behandelt. 1

Evidenz für Manie-Induktion durch SNRIs

Mechanismus und Häufigkeit

  • SNRIs (einschließlich Venlafaxin und Duloxetin) können bei bipolaren Patienten Stimmungsinstabilität verursachen oder manische Episoden auslösen 1
  • Die FDA-Kennzeichnung für Duloxetin dokumentiert Aktivierung von Manie/Hypomanie bei 0,1% der mit Duloxetin behandelten Patienten in kontrollierten Studien bei Major Depression 2
  • Venlafaxin wird mit höherem Risiko für Stimmungswechsel assoziiert als andere SNRIs 3
  • Das Switching-Risiko erscheint dosisabhängig – niedrigere Anfangsdosen mit langsamer Aufdosierung können das Risiko minimieren 3

Klinische Warnzeichen

  • Die FDA warnt ausdrücklich, dass Antidepressiva allein die Wahrscheinlichkeit einer gemischten/manischen Episode bei Risikopatienten erhöhen können 4
  • Symptome wie Angst, Agitiertheit, Panikattacken, Schlaflosigkeit, Reizbarkeit, Feindseligkeit, Aggressivität, Impulsivität, Akathisie, Hypomanie und Manie wurden unter SNRI-Behandlung berichtet 4

Unterscheidung: Verhaltensaktivierung vs. echte Hypomanie

Verhaltensaktivierung

  • Tritt typischerweise früh in der Behandlung auf 5
  • Präsentiert sich als motorische/mentale Unruhe, Schlaflosigkeit, Impulsivität, Gesprächigkeit, enthemmtes Verhalten oder Aggression 5
  • Bessert sich normalerweise schnell nach Dosisreduktion oder Absetzen des SNRI 5

Echte Manie/Hypomanie

  • Kann später in der Behandlung auftreten 5
  • Persistiert trotz Dosisreduktion 5
  • Erfordert aktivere pharmakologische Intervention mit Stimmungsstabilisatoren oder Antipsychotika 5

Hochrisikopopulationen

Absolute Vorsicht erforderlich bei:

  • Patienten mit bipolarer Störung in der Anamnese: SNRIs dürfen nur als Zusatztherapie verwendet werden, wenn bereits mindestens ein Stimmungsstabilisator eingenommen wird 1
  • Patienten mit hyperthymem Temperament: Diese haben ein signifikant erhöhtes Risiko für Stimmungswechsel (p = 0,008) 6
  • Patienten mit mehreren früheren manischen Episoden: Obwohl die Anzahl früherer Episoden das Switching-Risiko nicht direkt beeinflusst, ist besondere Vorsicht geboten 6

FDA-Screening-Empfehlung

  • Vor Beginn einer SNRI-Therapie müssen Patienten mit depressiven Symptomen adäquat auf bipolare Störung gescreent werden 4
  • Das Screening sollte eine detaillierte psychiatrische Anamnese einschließlich Familienanamnese von Suizid, bipolarer Störung und Depression umfassen 4

Klinisches Management

Wenn SNRI-Behandlung erwogen wird:

  1. Niemals ohne Stimmungsstabilisator: Bei bekannter bipolarer Störung SNRI nur zusätzlich zu mindestens einem Stimmungsstabilisator verwenden 1
  2. Lithium bevorzugen: Lithium reduziert das Switching-Risiko signifikant (15% vs. 44% ohne Lithium, p = 0,04) 6
  3. Niedrige Startdosis: Mit subtherapeutischen "Test"-Dosen beginnen und langsam aufdosieren 5
  4. Engmaschiges Monitoring: Besonders in den ersten 1-2 Wochen täglich auf Verschlechterung der Symptome, Agitiertheit, Reizbarkeit und Suizidalität überwachen 5

Bei Auftreten von Hypomanie/Manie:

  • Sofortiges Absetzen des SNRI 5
  • Erwägen Sie die zugrunde liegende bipolare Störung als entlarvt 5
  • Initiieren Sie Stimmungsstabilisator oder atypisches Antipsychotikum 5
  • Setzen Sie die Stimmungsstabilisierung für mindestens 4-9 Monate nach Symptomauflösung fort, um Rückfälle zu verhindern 5

Spezifische SNRI-Überlegungen

Venlafaxin

  • Höchstes Risiko für Stimmungswechsel unter den SNRIs 3
  • Mit Überdosis-Todesfällen assoziiert 1
  • Kann zu anhaltender klinischer Hypertonie führen 1, 4
  • Ausgeprägteres Absetzungssyndrom 1

Duloxetin

  • Geringeres, aber nicht vernachlässigbares Manie-Risiko 3, 7
  • Sollte bei Patienten mit bipolarer Störung in der Anamnese vorsichtig verwendet werden 2
  • Zusätzliche Risiken: Hepatotoxizität, schwere Hautreaktionen (Stevens-Johnson-Syndrom) 1, 2

Kritische Fallstricke

  • DSM-Klassifikation beachten: Eine durch Antidepressiva ausgelöste manische Episode wird als substanzinduziert klassifiziert, kann aber eine zugrunde liegende bipolare Störung entlarven 1
  • Nicht mit Antikonvulsiva allein schützen: Antikonvulsiva allein scheinen das Switching-Risiko nicht zu reduzieren – Lithium ist überlegen 6
  • Keine Polypharmazie ohne Grund: Vermeiden Sie unnötige Polypharmazie, aber scheuen Sie sich nicht, angemessene Stimmungsstabilisierung hinzuzufügen 1

Related Questions

Professional Medical Disclaimer

This information is intended for healthcare professionals. Any medical decision-making should rely on clinical judgment and independently verified information. The content provided herein does not replace professional discretion and should be considered supplementary to established clinical guidelines. Healthcare providers should verify all information against primary literature and current practice standards before application in patient care. Dr.Oracle assumes no liability for clinical decisions based on this content.

Have a follow-up question?

Our Medical A.I. is used by practicing medical doctors at top research institutions around the world. Ask any follow up question and get world-class guideline-backed answers instantly.