Acetazolamid bei Herzinsuffizienz und eingeschränkter Nierenfunktion (GFR 14)
Bei einer GFR von 14 ml/min ist Acetazolamid kontraindiziert und sollte nicht bei Patienten mit Herzinsuffizienz und schwerer Niereninsuffizienz eingesetzt werden. 1
Kontraindikationen für Acetazolamid
- Acetazolamid ist bei ausgeprägter Nieren- und Lebererkrankung oder -dysfunktion kontraindiziert 1
- Eine GFR von 14 ml/min entspricht einer schweren Niereninsuffizienz, die eine absolute Kontraindikation darstellt 1
- Bei Patienten mit Elektrolytstörungen (insbesondere erniedrigtes Natrium oder Kalium) ist Acetazolamid kontraindiziert 1
Diuretische Therapie bei schwerer Niereninsuffizienz
- Bei Patienten mit einer Kreatinin-Clearance <30 ml/min sind Thiaziddiuretika unwirksam und Schleifendiuretika werden bevorzugt 2
- Bei signifikanter Nierenfunktionsstörung (Kreatinin >221 μmol/L oder eGFR <30 ml/min/1,73 m²) kann die Wirkung von Diuretika beeinträchtigt sein oder die Nierenfunktion weiter verschlechtern 2
- Bei Patienten mit Herzinsuffizienz und Niereninsuffizienz ist häufig eine intensivere Diuretikatherapie erforderlich, um überschüssiges Salz und Wasser zu entfernen 2
Risiken bei schwerer Niereninsuffizienz
- Die Kombination verschiedener Diuretika (z.B. Schleifendiuretika plus Thiazide) erhöht das Risiko für Hypovolämie, Hypotonie, Hypokaliämie und Nierenfunktionsverschlechterung 2
- In der ADVOR-Studie war Acetazolamid mit einer höheren Inzidenz von Nierenfunktionsverschlechterung verbunden (40,5% vs. 18,9%) 3
- Bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion ist die Ausscheidung vieler Medikamente beeinträchtigt, was zu Toxizität führen kann 2
Alternative Behandlungsstrategien
- Schleifendiuretika sind die bevorzugten Diuretika bei schwerer Niereninsuffizienz 2
- Die Dosis sollte entsprechend den Symptomen und Anzeichen der Stauung, dem Blutdruck und der Nierenfunktion angepasst werden 2
- Bei Diuretikaresistenz können verschiedene Strategien angewendet werden, einschließlich Natriumrestriktion, intravenöser Verabreichung von Schleifendiuretika oder Kombination mit Dopamin 2
- Bei einer GFR <30 ml/min kann bei unzureichendem Ansprechen auf die genannten Strategien eine Ultrafiltration oder Dialyse in Betracht gezogen werden 2
Überwachung und Vorsichtsmaßnahmen
- Regelmäßige Kontrolle der Nierenfunktion und Elektrolyte (alle 1-2 Wochen nach Beginn und nach jeder Dosiserhöhung) 2
- Überwachung von Harnstoff/BUN, Kreatinin und Kalium 2
- Vorsicht bei der gleichzeitigen Anwendung von ACE-Hemmern, ARBs oder Renin-Inhibitoren wegen des Risikos einer Hypotonie 2
- NSAIDs sollten vermieden werden, da sie die Wirkung von Diuretika abschwächen und die Nierenfunktion beeinträchtigen können 2
Bei einer so stark eingeschränkten Nierenfunktion (GFR 14) ist die Gefahr von Komplikationen durch Acetazolamid zu hoch, und alternative Strategien zur Behandlung der Herzinsuffizienz sollten bevorzugt werden.