Umstellung von Paliperidon-Depot auf orales Paliperidon und zurück zum Depot: Vorgehen und Begründung
Bei der Umstellung von Paliperidon-Depot (150mg) auf orales Paliperidon (6mg) und zurück zum Depot sollte die letzte Depot-Injektion am 09.10.2025 fortgesetzt werden, während das orale Paliperidon korrekt abgesetzt wurde, da eine Überlappung der Wirkstoffspiegel für eine optimale Symptomkontrolle sorgt.
Chronologie und aktuelle Situation
- Letzte Paliperidon-Depot-Injektion (150mg): 20.08.2025 1
- Beginn orales Paliperidon 6mg retard: 24.09.2025 1
- Wiederaufnahme Paliperidon-Depot 150mg: 09.10.2025 1
- Absetzen orales Paliperidon 6mg: 09.10.2025 1
Empfohlenes weiteres Vorgehen
Kurzfristiges Vorgehen
- Die monatliche Gabe von Paliperidon-Depot 150mg sollte fortgesetzt werden 2, 1
- Das orale Paliperidon wurde korrekt abgesetzt, da eine gleichzeitige Gabe nach Wiedereinführung des Depots nicht notwendig ist 1, 3
- Die nächste Depot-Injektion sollte etwa einen Monat nach der letzten Injektion erfolgen (ca. 09.11.2025) 1
Langfristiges Vorgehen
- Monatliche Injektionen von Paliperidon-Depot 150mg fortsetzen 2, 1
- Regelmäßige Kontrolle der Wirksamkeit und Verträglichkeit 3
- Bei stabilem Verlauf kann eine Dosisanpassung erwogen werden (Erhaltungsdosis zwischen 25-150mg Äquivalent) 1
Pharmakokinetische Begründung
- Paliperidon-Depot hat eine lange Halbwertszeit von ca. 25-49 Tagen, was eine monatliche Dosierung ermöglicht 1, 4
- Die orale Überbrückung mit Paliperidon 6mg war sinnvoll, um den Wirkstoffspiegel während des Absinkens der Depot-Konzentration aufrechtzuerhalten 1, 3
- Nach der erneuten Depot-Injektion ist keine orale Supplementierung mehr erforderlich, da der Wirkstoffspiegel durch das Depot ausreichend aufrechterhalten wird 1, 3
Wichtige Überlegungen
- Die Umstellung zurück auf das Depot-Präparat wurde korrekt durchgeführt, da keine Initialdosis (Tag 1 und Tag 8) erforderlich war, wenn der Patient bereits zuvor mit Paliperidon-Depot behandelt wurde 1, 3
- Bei der monatlichen Erhaltungstherapie kann ein Zeitfenster von ±7 Tagen um den geplanten Injektionstermin eingehalten werden, ohne klinisch signifikante Auswirkungen auf die Plasmakonzentration 1
- Die Wiederaufnahme des Depots nach kurzzeitiger oraler Therapie sorgt für stabilere Plasmaspiegel und verbessert potenziell die Adhärenz 3, 5
Häufige Fallstricke und deren Vermeidung
- Eine zu frühe Beendigung der oralen Überbrückungstherapie vor der Depot-Injektion könnte zu subtherapeutischen Wirkstoffspiegeln führen 1, 3
- Eine gleichzeitige Fortführung der oralen Therapie nach Wiedereinführung des Depots könnte zu überhöhten Wirkstoffspiegeln und verstärkten Nebenwirkungen führen 1, 5
- Bei verpassten Depot-Injektionen über längere Zeit (>6 Wochen) wäre ein spezielles Reinitierungsschema erforderlich 1
- Besondere Aufmerksamkeit sollte auf mögliche Nebenwirkungen wie Hyperprolaktinämie und extrapyramidale Symptome gerichtet werden 5, 6