Schmerzmanagement bei Offenwinkelglaukom und Bandscheibenvorfall
Bei Patienten mit Offenwinkelglaukom sollten zur Behandlung von Bandscheibenvorfallschmerzen nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR) als erste Wahl eingesetzt werden, da diese keine negativen Auswirkungen auf den Augeninnendruck haben. 1
Medikamentöse Therapieoptionen
Erste Wahl
- NSAR (wie Ibuprofen, Diclofenac) sind für Patienten mit Offenwinkelglaukom sicher anwendbar und haben keine bekannten negativen Auswirkungen auf den Augeninnendruck 1
- Paracetamol kann als Alternative oder Ergänzung zu NSAR eingesetzt werden, wenn keine Kontraindikationen vorliegen 1
Mit Vorsicht anzuwenden
- Opioide können bei starken Schmerzen in Betracht gezogen werden, sollten jedoch unter engmaschiger Überwachung eingesetzt werden, da sie in seltenen Fällen den Augeninnendruck beeinflussen können 1
- Muskelrelaxantien können als Ergänzung zur Schmerztherapie eingesetzt werden, sollten jedoch auf ihre anticholinerge Wirkung überprüft werden 2, 3
Zu vermeidende Medikamente
- Systemische Kortikosteroide sollten vermieden werden, da sie den Augeninnendruck erhöhen können und ein Risikofaktor für die Verschlechterung des Glaukoms sind 2, 3
- Anticholinergika sollten mit Vorsicht eingesetzt werden, besonders bei schlecht kontrolliertem Glaukom 3
Nicht-medikamentöse Therapieoptionen
- Physiotherapie und gezielte Bewegungsübungen zur Stärkung der Rückenmuskulatur 1
- Wärmeanwendungen zur Muskelentspannung und Schmerzlinderung 1
- Bei Bedarf kann eine ergänzende Akupunktur in Betracht gezogen werden 4
Überwachung und Vorsichtsmaßnahmen
- Regelmäßige Kontrolle des Augeninnendrucks bei längerfristiger Schmerztherapie, besonders wenn Opioide eingesetzt werden 1
- Achten Sie auf Symptome einer Glaukomverschlechterung wie Augenschmerzen, verschwommenes Sehen oder Halos um Lichtquellen 5
- Bei Patienten mit fortgeschrittenem Glaukom sollte die Schmerztherapie besonders vorsichtig titriert werden 1
Wichtige Hinweise
- Die Schmerztherapie bei Bandscheibenvorfällen sollte stufenweise erfolgen, beginnend mit NSAR und nicht-medikamentösen Maßnahmen 1, 6
- Bei unzureichender Schmerzlinderung durch NSAR kann die Kombination mit schwachen Opioiden in Betracht gezogen werden 1
- Patienten sollten über mögliche Wechselwirkungen zwischen Glaukommedikamenten und Schmerzmitteln aufgeklärt werden 7
- Bei schweren oder anhaltenden Schmerzen trotz konservativer Therapie sollte eine fachärztliche neurologische oder orthopädische Beurteilung erfolgen 6
Die Behandlung von Bandscheibenvorfallschmerzen bei Patienten mit Offenwinkelglaukom erfordert eine sorgfältige Abwägung der Risiken und Nutzen der verschiedenen Schmerztherapien. NSAR stellen in den meisten Fällen die sicherste Option dar, während systemische Kortikosteroide vermieden werden sollten. Eine regelmäßige Überwachung des Augeninnendrucks ist bei längerfristiger Schmerztherapie empfehlenswert.