Ibuprofen bei Offenwinkelglaukom als Schmerzmittel
Ibuprofen kann bei Patienten mit Offenwinkelglaukom als Schmerzmittel eingenommen werden, da keine spezifischen Kontraindikationen bestehen, die Ibuprofen mit einer Verschlechterung des Glaukoms in Verbindung bringen. 1
Schmerzmanagement bei Offenwinkelglaukom
- Paracetamol sollte als erste Wahl für leichte bis mittelschwere Schmerzen in Betracht gezogen werden, da es ein günstigeres Nebenwirkungsprofil aufweist als NSAIDs 2
- Wenn Paracetamol nicht ausreicht, können nicht-selektive NSAIDs wie Ibuprofen oder Naproxen als zweite Wahl eingesetzt werden 2
- Bei der Anwendung von NSAIDs sollte die niedrigste wirksame Dosis für die kürzestmögliche Zeit verwendet werden, um das Risiko von Nebenwirkungen zu minimieren 2
Wichtige Überlegungen bei der Anwendung von Ibuprofen
- Bei Patienten mit Offenwinkelglaukom ist eine regelmäßige Überwachung des Augeninnendrucks wichtig, besonders wenn sie Schmerzmittel einnehmen 1
- Das Ziel der Glaukombehandlung ist die Senkung des Augeninnendrucks um etwa 20% vom Ausgangswert, um das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen 1
- Bei einer Verschlechterung des Gesichtsfelds oder Befunden am Sehnerv sollte die Schmerztherapie angepasst werden 1
Risiken von NSAIDs zu beachten
- NSAIDs können mit erhöhtem kardiovaskulärem Risiko verbunden sein, besonders bei Patienten mit bestehenden Herz-Kreislauf-Erkrankungen 2
- Es besteht ein erhöhtes Risiko für gastrointestinale Nebenwirkungen, insbesondere bei älteren Patienten 2
- NSAIDs können Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten haben und bei bestimmten Erkrankungen (z.B. Herzinsuffizienz, Bluthochdruck, Leber- und Nierenerkrankungen) problematisch sein 2
Alternative Schmerzbehandlungen
- Topische Analgetika oder Gegenreizstoffe (z.B. Methylsalicylat, Capsaicin-Creme, Menthol) können bei lokalen Schmerzen hilfreich sein 2
- Physikalische Aktivität und Übungen können zur Schmerzlinderung beitragen, besonders bei Arthroseschmerzen 2
- Bei anhaltenden Schmerzen trotz Stufentherapie mit Paracetamol und nicht-selektiven NSAIDs können COX-2-selektive NSAIDs in Betracht gezogen werden, jedoch mit Vorsicht aufgrund ihres kardiovaskulären Risikoprofils 2
Glaukomspezifische Überlegungen
- Die Hauptbehandlung des Offenwinkelglaukoms zielt auf die Senkung des Augeninnendrucks ab, typischerweise durch Augentropfen wie Betablocker oder Prostaglandinanaloga 3, 4
- Acetazolamid, ein oraler Carboanhydrasehemmer, wird zur Behandlung des Glaukoms eingesetzt, hat jedoch erhebliche Nebenwirkungen und erfordert eine sorgfältige Abwägung von Nutzen und Risiken 5
- Bei Patienten mit fortgeschrittenem Glaukomschaden sollten Verfahren, die den Augeninnendruck vorübergehend erhöhen können, vermieden werden 2