Unterschiede im Ansprechen auf Chemotherapie zwischen Myofibrosarkomen, undifferenzierten pleomorphen Sarkomen und Spindelzellsarkomen (G3)
Myofibrosarkome (MFS) und undifferenzierte pleomorphe Sarkome (UPS) zeigen unterschiedliche Ansprechraten auf Chemotherapie, wobei UPS tendenziell besser auf Immuntherapie ansprechen können als MFS oder Spindelzellsarkome vom Grad G3.
Allgemeine Chemosensitivität bei hochgradigen Sarkomen
- Die Ansprechraten auf Chemotherapie bei Weichteilsarkomen variieren erheblich zwischen 10% und 50%, abhängig von den verwendeten Medikamenten, der Patientenselektion und dem histologischen Subtyp 1
- Bei hochgradigen (G3) Sarkomen wird typischerweise eine Anthrazyklin-Ifosfamid-Kombination empfohlen, besonders bei großen Tumoren (≥5 cm) 2
- Für UPS wird eine perioperative Chemotherapie mit einem Anthrazyklin-Ifosfamid-Regime für Hochrisikopatienten empfohlen, vorzugsweise neoadjuvant mit 3 Zyklen vor der Operation 2
Spezifische Unterschiede zwischen MFS und UPS
- Myofibrosarkome (MFS) haben biologisch eine bessere Prognose als undifferenzierte pleomorphe Sarkome (UPS), mit niedrigeren Raten an Fernmetastasen (12,2% vs. 44,2%) und tumorbedingten Todesfällen (9,5% vs. 32,6%) 3
- MFS mit geringerem myxoidem Anteil (<10%) zeigen eine schlechtere Prognose und nähern sich in ihrem biologischen Verhalten und Ansprechen auf Therapie den UPS an 3
- UPS können von Checkpoint-Inhibitoren profitieren, besonders bei bestimmten molekularen Eigenschaften, wie sie in der Tabelle der UK-Leitlinien für das Management von Weichteilsarkomen aufgeführt sind 4
Therapieoptionen basierend auf histologischem Subtyp
- Für UPS werden in neueren Leitlinien Immun-Checkpoint-Inhibitoren als potenzielle Therapieoption genannt, was einen Unterschied zu anderen Sarkomsubtypen darstellt 4
- Bei UPS im Kopf- und Halsbereich wurde eine erhöhte PD-L1-Expression und CD8+ T-Zell-Infiltration im Vergleich zu UPS an anderen Körperstellen festgestellt, was auf ein besseres Ansprechen auf Immuntherapie hindeutet 5
- Die Standardchemotherapie für hochgradige Sarkome, einschließlich MFS und UPS, besteht aus Doxorubicin allein oder in Kombination mit Ifosfamid, wobei die Kombinationstherapie höhere Ansprechraten, aber keinen verbesserten Überlebensvorteil zeigt 4
Prognostische Faktoren und Therapieentscheidungen
- Der FNCLCC-Grad ist ein statistisch signifikanter prognostischer Faktor für Fernmetastasen und tumorbedingte Todesfälle bei MFS und UPS 3
- Zellularität und nukleäre Atypie haben eine statistische Tendenz für Assoziationen mit einer schlechteren Prognose 3
- Bei der Entscheidung für eine neoadjuvante oder adjuvante Chemotherapie sollte der potenzielle Nutzen gegen die Toxizität abgewogen werden, besonders bei älteren Patienten oder solchen mit Komorbiditäten 2
Aktuelle Forschung und neue Therapieansätze
- UPS und MFS werden aufgrund ähnlicher molekularer Landschaften oft als eine Sarkomgruppe betrachtet, obwohl MFS aufgrund seiner fibroblastischen Differenzierung mit myxoidem Stroma von UPS getrennt wurde 6
- Neuere Forschungen konzentrieren sich auf gezielte Therapien und Immuntherapien für UPS/MFS, basierend auf einem besseren Verständnis der pathogenen Mechanismen 6
- Hochgradige Spindelzellsarkome werden im Gegensatz zu kleinzelligen Rundzellsarkomen primär chirurgisch mit adjuvanter oder neoadjuvanter Bestrahlung behandelt, während die Rolle der adjuvanten Chemotherapie umstritten bleibt 7
Vorsichtsmaßnahmen und Nachsorge
- Die Entscheidung für eine neoadjuvante oder adjuvante Chemotherapie sollte in einem multidisziplinären Tumorboard an einem spezialisierten Sarkomzentrum getroffen werden 2
- Die kumulative Dosis von Doxorubicin sollte überwacht werden, um kardiotoxische Effekte zu minimieren 2
- Eine engmaschige Nachsorge mit klinischen Untersuchungen und Bildgebung alle 2-3 Monate für die ersten 2 Jahre wird empfohlen 2